WingTsun
Das universell einsetzbare Kampfsystem
Bei WingTsun handelt es sich um einen südchinesischen Kampfkunststil, der vor ca. 400 Jahren entstand.
Der Legende nach war es die Nonne Ng Mui, die versuchte, ein Kampfsystem für körperlich Unterlegene zu entwickeln, welches mit der kraftvollen Shaolin-Kampfkunst der Mönche konkurrieren konnte. Ihr Wissen gab sie an ein Mädchen namens Yim Wing Tsun (Wing „schöner“, Tsun „Frühling“) weiter, das sich gegen einen lokal ansässigen Kämpfer zur Wehr setzte, der sie immer wieder bedrängte.
Das moderne WingTsun geht auf den Kampfkünstler Yip Man(1893–1972) zurück. Er hatte im Laufe seines Lebens in Hongkong zahlreiche Schüler ausgebildet, unter anderem auch Bruce Lee und Leung Ting.
In Europa wird WT maßgeblich von Großmeister Keith R. Kernspecht (10. Grad) beeinflusst. Durch ihn fließen neue Erkenntnisse in diese Kampfkunst ein um sie stätig zu optimieren.
WingTsun baut im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten nicht auf einer Vielzahl von komplizierten Formen auf, sondern orientiert sich an folgenden Prinzipien.
Die Kampfprinzipien:
1. Ist der Weg frei, stoß vor.
2. Ist der Weg versperrt, bleib kleben.
3. Ist die Kraft des Gegners zu groß, gib nach.
4. Weicht der Gegner zurück, folge.
Die Kraftprinzipien:
1. Befreie dich von deiner eigenen Kraft.
2. Befreie dich von der Kraft deines Gegners.
3. Nutze die Kraft des Gegners.
4. Füge deine eigene Kraft hinzu.
Im WingTsun wurden alle Techniken auf ihre Wirkung hin maximiert.
Die Bewegungen sind meist kurz und entlang einer Geraden. In der Regel wird keine starre Muskelkraft, sondern die Elastizität des eigenen Bewegungsapparates ausgenutzt. Dies geschieht durch eine Kombination aus Gewichtsverlagerung (Schritttechniken) und spontaner schneller Streckbewegung (Peitschenkraft).
Die Kraft des Gegners wird durch Schritttechniken, wie Wendungen, neutralisiert und gegen ihn verwendet. Die Verteidigung wird dabei gleichzeitig als Angriff verwendet.
Typische Elemente im WingTsun sind Kettenfauststöße und das Chi Sao.
Im Chi Sao Training lernen die Schüler, die Kraft des Angreifers zu „erfühlen“ und dementsprechend zu reagieren, um möglichst wenig darauf angewiesen zu sein, Angriffe optisch zu erkennen. Dabei befolgt er die Regeln der vier Kampf- und Kraftprinzipien.
WingTsun wird von vielen Sondereinsatzkommandos als effektive Technik geschätzt.
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